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Bildung für Sauberkeit und Gesundheit
Das Maßnahmenprogramm „Gesundheit und Sanität“ in den Dörfern um SEKEM ist ein wesentlicher Teil des „13-Dörfer-Projekts“, das SEKEM seit Mitte 2006 mit Unterstützung der Europäischen Union in der Umgebung der Mutterfarm durchführt. SEKEM Insight hat in der letzten Ausgabe darüber berichtet. Das Paket der Aktionen zum Thema Gesundheit und Vorsorge speziell der Frauen der 13 Dörfer, die für das Projekt ausgewählt wurden, umfasst Aktivitäten, die sich mit den besonders kritischen Fragen zu Gesundheit und Sanität befassen: Qualität der medizinischen Versorgung und der Zugang zu ihr, Schwangerschaft und Geburt auf dem Land, sowie Ausbildung von Hebammen und langfristige Bewusstseinsbildung.
Das Projekt wird von Dr. Ahmed Ismael, leitender Arzt in SEKEMs Hospital - dem Medical Center – begleitet. Involviert sind auch Ärzte und Sozialarbeiter der Initiative, die zunächst in jedem Dorf Menschen gesucht und gefunden haben, die sich für das „13-Dörfer-Projekt“ einsetzen wollten und bereit waren, mit SEKEMs Team zusammenzuarbeiten.
Zum Programm gehört die Ausbildung von 13 neuen und bereits tätigen Hebammen. Durch einen erfahrenen Arzt wurden Trainingsmaterialien hergestellt und verteilt. Der Trainingsplan befasste sich intensiv mit Themen wie den verschiedenen Behandlungsweisen bei der Geburtshilfe, persönlicher Hygiene, Sterilisation der Ausrüstung, der Früherkennung von Symptomen, der Bewusstseinsbildung gegen weibliche genitale Verstümmelung (FGM), und wie im Falle von Komplikationen mit anderen Ärzten schnell Kontakt aufgenommen werden kann.
Ein Teil des Programms ist auch die Betreuung schwangerer Frauen auf dem Land. Die Schwangerschaften von insgesamt 350 Frauen wurden durch Untersuchungen begleitet. Ihre Erstbehandlungen konnten so mit modernem Behandlungsgerät in der Obhut von Dr. Salwa Amin, SEKEMs Gynäkologin, sowie Rasha Badway, einer Krankenschwester, im Medical Center durchgeführt werden. Zusätzlich wurde ein Informationsheft zur Schwangerschaft für Mütter hergestellt und verteilt. Auch die Unterrichtsmaterialien für viele Frauen, die noch nicht lesen können, wurden um Elemente der Gesundheit und Vorsorge erweitert. Dazu wurde auch Material des ägyptischen Gesundheitsministeriums herangezogen und für den ländlichen Bedarf angepasst.
Um die allgemeine Gesundheitspflege auch langfristig sicherzustellen, wurden 25 Sozialarbeiter in grundlegenden medizinischen Kenntnissen geschult. Auch hierfür wurde fachliche Hilfe hinzugezogen und mit ihr Trainingsmaterialien entwickelt. Mehrere Sozialarbeiter wurden für die Ausbildung ausgewählt und konnten an mehreren, jeweils achttägigen Trainingsprogrammen im Sommer 2006 teilnehmen. Das Programm sollte die Arbeiter auch in den nötigen kommunikativen Fähigkeiten fortbilden, mit den betroffenen Frauen in den Dörfern selbst Gespräche zum Thema Gesundheit, Sanität und kindliche Fürsorge zu führen. Dazu wurden auch Vorträge in den Dörfern und im Mahad, SEKEMs Erwachsenenbildungs-zentrum, organisiert, die sehr gut besucht waren. Es war daneben die Aufgabe der Arbeiter, bei den Frauen der Dörfer das nötige Vertrauen zu wecken, sich dem Medical Center zukünftig regelmäßig anzuvertrauen und untersuchen zu lassen.
In diesem Zusammenhang wurde auch ein “Vor-Ort-Aktionsprogramm” entwickelt, bei dem die Sozialarbeiter SEKEMs direkt in die Dörfer fuhren. Das Programm war durch einen erfahrenen Gynäkologen entwickelt worden und fand in Anwesenheit von mehr als 180 Dorfbewohnern statt. Es wurde unterstützt von Aktionen zur Bewusstseinsbildung speziell hinsichtlich des hygienischen Umgangs innerhalb des Hauses. Dazu wurden auch vierteljährliche Treffen in den einzelnen Dörfern eingerichtet. Rund 65-150 Menschen nahmen bisher an diesen Treffen jeweils teil.
Um diese Treffen bekannt zu machen dachten die Sozialarbeiter auch über neue Wege nach, die Landbevölkerung zu erreichen. Sie fertigten Aushänge an, die sie an zentraler Stelle in den Dörfern befestigten und verwendeten zusätzlich die Lautsprecher der Dorfmoschee, die normalerweise für die Verkündigung der religiösen Rufe zum Gebet genutzt werden, um die Dorfbewohner auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen.
Skepsis gegenüber all diesen Aktionen treffen die Arbeiter SEKEMs selten in den Dörfern an. Die Einrichtungen der Initiative, wie das Medical Center, sowie die Mitarbeiter, die teilweise aus den Siedlungen der Gegend selbst stammen, genießen unter der Landbevölkerung einen hervorragenden Ruf. Das erleichtert ihre Arbeit sehr. So konnte im ersten Zwischenbericht nach dem Sommer eine sehr positive erste Bilanz des bisherigen Projekterfolgs gezogen werden.
Bei den Treffen in den 13 Dörfern wurde allerdings auch immer wieder deutlich, unter welch ärmlichen Bedingungen die Bevölkerung zu leben und zu leiden hat, ohne dass sie sich selbst ohne fremde Hilfe von ihnen zu befreien vermag. Besonders der starke Parasitenbefall machte ein mehr an Beratung, konkreter Behandlung und Hilfe bei der Vermeidung von Schmutz und Abfall notwendig. SEKEM Insight wird über diesen Teil des Projekts in der nächsten Ausgabe berichten.
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